Deutsch Bieling

Deutscher Name Ungarischer Name Kroatischer Name
  Deutsch Bieling Németbükkös -

Dt. Bieling: Ortstafel Dt. Bieling: Ortseinfahrt Dt. Bieling: Dorfplatz Dt. Bieling: Feuerwehrhaus Dt. Bieling: Kirche Dt. Bieling: Kirche Dt. Bieling: Kriegerdenkmal Dt. Bieling: (Ehemalige ?) Zollhäuser Dt. Bieling: Blick auf die Ortschaft Bildstock zwischen Dt. Bieling und Hagensdorf Dt. Bieling Bergen: Bildstock Dt. Bieling: Bildstock beim Friedhof Dt. Bieling: Herbstzeitlose Dt. Bieling: Kreuz zwischen Friedhof und Ortsanfang Dt. Bieling: Ort Dt. Bieling: Ort Dt. Bieling: Ort Dt. Bieling: Ort Dt. Bieling: Weintrauben Dt. Bieling: Weintrauben Dt. Bieling: Weintrauben

Deutsch Bieling nachweislich erwähnt seit 1375, genannt Bikkes, Bykews und Bükkes. Anderen Aufzeichnungen zufolge bereits 1225 erwähnt.

Das BATTHYANY Urbarium (mittelalterliches Güter- und Abgabenverzeichnis großer Grundherrschaften; Grundbuch) von 1750 erwähnt als "Richter" (= Bürgermeister) Hans PELTZMANN; die "Geschworenen (= Gemeinderäte) Stefan ZOPF, Georg HUBER und Hans FANDL die alle Bauern waren. Weitere Bauern: Georg MÜLLNER, Georg RIEGLER, Georg ZOPF, Stefan SAMMUSL, Michael LUKA, Hans ZOPF, Adam MÜLLNER, Stefan FANDL und Stefan PAIL.

In den Kirchenaufzeichnungen von 1750 werden auch die Familiennamen: SAMER, SCHNALZER, ZODL, KOH, SCHALLER, PFEIFFER, SCHADN, KROBOTH, FITZER, HALPER, MENGL, CSILLAG, SAJER, SCHRANZ erwähnt. Diese gehörten vermutlich zum Gebiet der ERDÖDY.

Deutsch Bieling gehörte bis zum Bau einer eigenen Kirche im Jahr 1898 zur Pfarre Heiligenbrunn. Die Witwe Rosalia TRAUPMANN spendete damals 300 Florins (zum Vergleich: Kaiser Franz Josef spendete 50 Florins).

Im Jahr 1812 kaufte die Gemeinde das Haus von Johann und Georg HUBER, um es in eine Schule umzubauen. Der erste Lehrer war Franz JANISCH. Weitere Lehrer waren:

KOLLMANN Josef 1827 - 1830
HÖDL Daniel 1833
KREMCZNER Franz 1837 - 1844
LOTH Gottfried 1847 - 1851

1851 - 1873 wurden die Schüler in Heiligenbrunn unterrichtet. In den Jahren 1874/75 wurde das neue Schulhaus errichtet. Lehrer ab 1877 waren:

BERGER Josef und Sohn Sigmund bis 1879
SZENTGYÖRGYI Julius 1879 - 1880
STEIGER Josef um 1888
WINDISCH Josef 1890 - 1905
NEMETH Anna 1905 - 1912
METZNER Paula 1912 - 1921
MOSER Josef 1922

1924 - Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Deutsch-Bieling
1953
- Bundeskanzler Raab und Altbundeskanzler Figl besuchen Deutsch-Bieling
1960
- Schulumbau
1967
- Schließung der Schule
1971
- Deutsch-Bieling, Hagensdorf, Reinersdorf und Luising werden Ortsteile von Heiligenbrunn

Das verschwundene Dorf Ungarisch Bieling
Dem aufmerksamen Beobachter wird vielleicht aufgefallen sein, dass jede Ortschaft, die mit der Bezeichnung „Deutsch“ beginnt, ein Gegenstück hat, das mit „Kroatisch“ oder seltener mit „Ungarisch“ beginnt. So gibt es zu „Deutsch Tschantschendorf“ ein „Kroatisch Tschantschendorf“ und zu „Deutsch Schützen“ ein „Ungarisch Schützen“ (Horvathlövö), eine Ortschaft, die heute direkt an der Grenze in Ungarn liegt.
Lediglich das Gegenstück zu Deutsch Bieling lässt sich nicht finden, nicht in Österreich und auch nicht im benachbarten Ausland. Auf alten Landkarten aus dem Jahre 1848 wird man jedoch fündig. Da gibt es sie noch, die kleine Ortschaft Ungarisch Bieling in unmittelbarer Nachbarschaft zu Deutsch Bieling. Ungarisch Bieling war nur eine kleine Ortschaft. Sie bestand aus ca. 10 Häusern, einer Mühle und einem Gasthaus mit einer Kegelbahn, das auch Besucher aus den angrenzenden Dörfern anlockte. Sie verfügten aber auch über einen eigenen Friedhof, der wie das ganze Dorf stets gepflegt war. Aus dem Gewerbeverzeichnis ist weiters zu entnehmen, dass es um 1870 neben fünf Personen die in der Mühle tätig waren, einen Schneider, drei Weber, einen Wirten und einen Hirten gab. Zur Schule und zur Kirche gingen sie in die Nachbargemeinde Hagensdorf. Die Bewohner Ungarisch Bielings waren Schwaben, wie auch die Bewohner der Nachbarortschaften Hagensdorf und Luising.

1921 wurden die Ortschaften Hagensdorf, Deutsch Bieling und zwei Jahre später auch Luising zu österreichischen Gemeinden, während Ungarisch Bieling, direkt an der Grenze gelegen, bei Ungarn blieb. Aber auch der Anschluss an den jungen ungarischen Staat änderte nichts daran, dass die Einwohner des Ortes zur Pfarrgemeinde Hagensdorf gehörten.
Die Mühle war ein Problem, da die Grenze genau an ihr vorbeiführte. Doch hierfür gab es eine friedliche Lösung. Die Österreicher durften auch weiterhin ihr Getreide zur Mühle bringen. Besaß man einen Pferdepass, konnte man auch die letzten Meter auf ungarischem Boden fahren. Wenn nicht, wurde das Getreide das letzte Stück getragen, oder der Müller holte es selbst von der Grenze ab. Doch einige Zeit nach dem Anschluss wurde die Mühle aufgelöst, da der Staat Anspruch auf das Wasserrecht erhob. Der Mühlenbesitzer bekam eine entsprechende Abfertigung und siedelte sich andernorts an.
Das Ende eines Ortes
Das friedliche Zusammenleben sollte die Zeit des Zweiten Weltkriegs nicht überdauern. Die deutschen Ungarn flohen vor den Russen oder wurden aus dem Land getrieben. 1948 gingen auch die ungarischen Bielinger, nachdem sie vieles durchzustehen hatten, über die Grenze und siedelten sich in den umliegenden Dörfern an. Ihr Dorf wurde zerstört und der Stacheldraht durch das Dorf gezogen. Die Ungarn errichteten eine mehrere Kilometer breite Sperrzone entlang der Grenze, die äußerst schwer zu passieren war. Viele Häuser wurden geschleift und die ganze Ortschaften aufgelassen.
Vom idyllischen Dorf sind heute nur noch die überwachsenen Reste der ehemaligen Mühlenwehranlage sichtbar. Im Mühldumpf, der auch heute noch eine kleine Wasserfläche im Auwald darstellt, spiegeln sich die Bäume. Mitten im Wald soll es noch das ehemalige Friedhofskreuz geben, um das verstreut die alten Grabsteine liegen. Heute kann man bis zu dieser Stelle nicht vordringen. Zwar wurde der eiserne Vorhang abgebaut und der Stacheldraht entfernt, doch an seiner Stelle wurde in den letzten Jahren ein hoher Wildzaun errichtet, der verhindern soll, dass die kapitalen Hirsche versehentlich das Staatsgebiet wechseln. Neue ökonomische Barrieren ersetzen die alten politischen.
Quellen:
Volksbildungswerk für das Burgenland - Monika Doktor: Nur zehn Häuser, aber zehn Schicksale, die Zerstörung des Grenzortes Ungarisch Bieling; 1991/46. Jahrgang/Nr. 4.
Gemeinde Heiligenbrunn: Chronik zur 800 Jahrfeier (1198-1998) von Heiligenbrunn, Heiligenbrunn 1998.
Franziszäische Landesaufnahme, 1853. Text und Fotos: DI B. Gerger.

Called Bikkes, Bykews, and Bükkes since 1225. In official sources since 1375.

The BATTHYANY Urbarium of 1750 of Biechling aka Büx lists the 'Richter' (equivalent of mayor) Hans PELTZMANN; the 'Geschworenen' (village council members) Stefan ZOPF,
Georg HUEBER, Hans FANDL, all of the above being farmers; other farmers:
Georg MÜLLNER, Georg RIEGLER, Georg ZOPF, Stefan SAMMUSL, Michael LUKA,
Hans ZOPF, Adam MÜLLNER, Stefan FANDL and Stefan PAIL.

The baptism records of 1750 also show the surnames: SAMER, SCHNALZER,
ZODL, KOH, SCHALLER, PFEIFFER, SCHADN, KROBOTH, FITZER, HALPER, MENGL, CSILLAG, SAJER, SCHRANZ. These people probably belonged to the ERDÖDY
domain.

Part of Heiligenbrunn parish: Church built in 1898, widow Rosalia TRAUPMANN donated 300 florins (note: King/Emperor Franz Joseph donated 50 fl).

In 1812 the community bought the house of Georg and Johann HUBER, to turn it into a school house. Teacher was Franz JANISCH. Further teachers: 1827-30 Josef KOLLMANN, 1833 Daniel HOEDL, 1837-44 Franz KREMCZNER, 1847-51 Gottfried LOTH; 1851-73 school attended in Heiligenbrunn; 1874/75 new school house built; teachers after 1877: Josef BERGER, his son Sigmund BERGER; Julius SZENTGYÖRGYI (1879-80); Josef STEIGER (around 1898); Josef WINDISCH (1890- 1905); Anna NEMETH (1905-1912); Paula METZNER (1912-21); Josef MOSER (1922).

(source: V+H Nr. 9/1957)
Übersetzung (c) Burgenland Bunch

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