Heiligenkreuz: Kirche

Heiligenkreuz: Kirche

Pfarrkirche: Zur Lage der Kirche: Das Gotteshaus beherrscht durch seine exponierte Lage auf einer Anhöhe das Ortsbild von Heiligenkreuz. Geschichte: Laut "Historischem Atlas der österreichischen Alpenländer" wurde die Pfarre Heiligenkreuz gegen Ende des 14. Jahrhunderts gegründet, Mutterpfarre war Güssing. Der Volksüberlieferung nach zogen vor mehreren hundert Jahren Bayern und Schwaben in das Gebiet der heutigen Gemeinde. An jener Stelle, an der heute das Gotteshaus steht, stellten diese Siedler vermutlich ein Eichenkreuz auf, von dem sich die Namensgebung des Ortes "Keresztur" ableitete. Mit der Errichtung des Sakralbaus wurde der Ort auf "Sanct Keresztur" (= Heiligenkreuz) umgetauft. Die Anfänge der katholischen Pfarrkirche “Zur Kreuzauffindung” dürften weit in das Mittelalter zurück reichen. Bereits im Jahr 1200 wird ein Sakralbau erwähnt. Von den in ältester Zeit tätigen Pfarrern der Gemeinde sind keine schriftlichen Aufzeichnungen erhalten. Mit Sicherheit wirkten ab 1200 katholische Pfarrer in Heiligenkreuz, das Vorhandensein eines Tabernakels lässt auf die Feier der Eucharistie schließen. Der erste urkundliche Bericht über einen Pfarrer in Heiligenkreuz stammt aus dem Jahr 1564. Darin ist die Rede von Plebanus in Zenth Keresth. Dies konnte kein evangelischer Pfarrer gewesen sein, da diese damals als Minister, Praedikatoren, Praedikanten und Pastoren betitelt wurden. Die erste Beschreibung einer Kirche findet sich im Bericht der kanonischen Visitation des Jahres 1698, in dem angemerkt wurde, dass die alte Kirche von Katholiken auf einer Anhöhe zu Ehren des Hl. Kreuzes errichtet worden war. Sie war von einem Friedhof umgeben. Etwa 250 Schritte von der Kirche in östliche Richtung entfernt stand auf einer Anhöhe über dem Dorf der Pfarrhof. Auf dem um das Gotteshaus angelegten Friedhof ließ Graf Montecuccoli einst die während der Schlacht von St. Gotthard (1664) gefallenen Türken beisetzen. Zur Pfarre gehörte damals als Filialgemeinde Poppendorf, darüber hinaus hatte der Pfarrer von Heiligenkreuz bis zum Jahr 1789 den Seelsorgedienst in der Kirche zum Hl. Emmerich in Oberradling mit den Filialen Inzendorf, Jakabhaza und Raabfidisch zu versehen. Raabfidisch wurde sogar bis 1933, obwohl ab 1921 zwischen den beiden Orten die neue Staatsgrenze verlief, als Filiale von der Pfarre Heiligenkreuz mitbetreut. Die evangelische Kirchengemeinde Heiligenkreuz nahm vermutlich um die Mitte des 16. Jahrhunderts ihren Anfang. Trotz der Gegenreformation wurden bei den Erwachsenen in den Gemeinden Heiligenkreuz und Poppendorf noch 65 Jahre später 427 Evangelische und nur 169 Katholiken gezählt. Als Graf Adam Batthyány im Jahr 1630 zum katholischen Glauben übergetreten war, konnte er auf Grund des Patronatsrechtes auch die Religion seiner Untertanen bestimmen. Er vertrieb die evangelischen Pfarrer aus den Orten seiner Herrschaft. Die Visitationsberichte von 1698 bis 1924 besagen über die Verteilung der Seelenzahl zwischen den Katholiken und den Evangelischen, dass 1698 die Zahl der evangelisch Gläubigen überwiegt, vermutlich als Folge der Reformation, jedoch bereits ab 1757 eine deutliche Zunahme der Menschen mit katholischem Glauben und ein Sinken der Zahl der Evangelischen zu erkennen ist. Graf Ludwig Batthyány ließ um 1782 einen neuen Pfarrhof bauen. Ihm ist auch die Errichtung der heutigen Kirche zu verdanken, an der bereits 1795 gebaut wurde. Die Pfarrgemeinde brachte stets große Opfer für die Kirche, etwa während der Innenrenovierung 1927 oder für die Anschaffung neuer Glocken im Jahr 1930 und nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach Ende der Kampfhandlungen im Jahr 1945 zählte die Pfarrkirche zu den zahlreichen zerstörten Gebäuden von Heiligenkreuz, das die schwerstbetroffene Gemeinde des Burgenlandes nach dem Zweiten Weltkrieg war. Der Kirchturm war völlig zerstört, das Mauerwerk konnte man vorübergehend mit einer Notbedachung aus Brettern vor den Einflüssen der Witterung schützen. Durch die großzügige Spende des Grafen Draskovich aus Güssing konnte ein neuer Turm, aufgrund des Blechmangels allerdings ohne Zwiebelhelm, errichtet werden. Dieser wurde erst am 14. Juni 1996 im Zuge einer Generalrenovierung unter dem heutigen Pfarrer Friedrich Schobesberger wieder aufgesetzt. 1997 konnte die Außenrenovierung abgeschlossen werden. Darüber hinaus wurde der Altarraum umgestaltet und das Altarbild erneuert. Äußeres: Die Pfarrkirche “Zur Kreuzauffindung“ prägt durch ihre exponierte Lage das Erscheinungsbild des Ortes. Der Bau ist ein einschiffiges, vierjochiges Gotteshaus in neogotischen Formen.Westlich befindet sich der Fassadenturm, der einen neuen Zwiebelhelm trägt. Der Chorabschluss ist außen polygonal. Innenraum: Das vierjochige Langhaus weist Platzlgewölbe zwischen Gurten auf Pilastern auf. Der Chor schließt innen halbkreisförmig ab. Ende des 20. Jhdts. wurde der Altarraum erneuert. Das Thema des neuen Altarbildes "Ich bin gekommen, um die Welt zu retten", wurde vom bekannten burgenländischen Bildhauer Thomas Resetarits künstlerisch gestaltet. Das Kreuz mit dem Corpus Christi bildet das Zentrum. Die linke Seite des Bildes stellt die Geburt Christi dar, in der rechten Bildhälfte wird eine Heilung angedeutet. Oberhalb des Kreuzes befindet sich ein Sinnbild der Auferstehung, somit ist das Kreuz als Symbol für den Eintritt in das Himmelreich zu sehen. Der Gestaltung des Altarraumes lag das Thema "Christus ist die Quelle, aus der Leben hervor strömt" zu Grunde, was insbesondere durch verschiedene Symbole und die hellen Farben zum Ausdruck kommt. In der Pfarrkirche befinden sich ferner Statuen des Herzens Jesu, der Heiligen Maria und Antonius sowie eine Pietà. Die Glasfenster, nach dem Krieg eingesetzt, stellen Heilige dar. In den Fenstern sind auch die Namen jener Spender, welche zur Anfertigung beitrugen, verewigt.