Punitz
| Deutscher Name | Ungarischer Name | Kroatischer Name |
|---|---|---|
| Punitz | Ponic | Punice |
In einer Entfernung von ungefähr 1 1/2 Gehstunden nördlich von Güssing liegt teils im Tale, teils auf einer an die von allen Seiten abgeschnittene, von Waldungen umschlossene Siedlung Punitz. Die Häuser, von den viele in neuester Zeit mit amerikanischem Gelde von Auswanderern erbaut wurden, stehen zerstreut, sodass nirgends eine geschlossene Gasse aufscheint. Die Gemeinde war einst kroatisch, heute sprechen nur mehr die alten Leute kroatisch. Die Einwohner beschäftigen sich ausschließlich mit Landwirtschaft.
In einem Walde nördlich der Gemeinde befinden sich einige "Hünengräber", die als alte heidnische Grabstätten gelten. Ein Waldteil führt den Namen "Kirchengraben", wonach die Dorfleute auf eine alte Kirche schließen, die dort gestanden wäre. Zudem habe man dort eine Kirchenglocke gefunden. Da aber an jener Stelle keinerlei Bausteine gefunden wurden und die Gründung der Gemeinde nur bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückreicht, kann dieser Sage kaum Glauben geschenkt werden. Der Kirchengraben kann ja auch zu einer anderen Kirche gehört haben. Die Kirchenglocke kann in Kriegszeiten ja auch an dieser Stelle vergraben worden sein. Die letzten schweren Kriege im Südburgenland waren 1605, als sämtliche Ortschaften des Strem- und Lafnitztales niedergebrannt wurden, und im Jahre 1620/21, als die ganze Umgebung von Schlaining, Rechnitz und Körmend mit Feuer und Schwert vernichtet wurde. Zu dieser Zeit wird die erste hölzerne Kapelle mit einer Glocke in Punitz schon gestanden sein und man wird die Glocke in der Erde geborgen haben.
Nennenswert sind bei Punitz die an mehreren Stellen auftretenden Schlackenniederlagen, die von verbrannten Kohlen herzukommen scheinen. Der Name des Ortes wurde in den Urkunden verschieden geschrieben : Im Jahre 1553 Ponytz, 1555 Ponych, 1587, 1595, 1599 Ponycz, 1588, 1589, 1608 Ponicz, 1750 Ponitz, auf der Landkarte "Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius (gezeichnet von Wolfgang Lazius im Jahre 1570, Z. S. 69) und im Gemeindesiegel um 1823 Bodnitz, im 18. Jahrhundert häufig Punicz und Punitz. Die richtige Schreibweise wäre Podnitz, denn während Punitz keine Grundbedeutung hat, heißt das kroatische Wort "podni" etwas an der unteren Seite, in weiterer Bedeutung "Talniederlassung". Und die Bewohner ließen sich tatsächlich erst im Tale nieder, denn nach der kanonischen Visitation von 1757 liegt die Gemeinde im Tale.
Die Geschichte der Gemeinde:
Der Ursprung keiner Gemeinde im Güssinger Bezirk kann mit solcher Sicherheit festgestellt werden als jener von Punitz. Aus einem Steuerausweis von 1553 ist über die Gründung zu entnehmen: "Ponytz domini Batthyány, istis transactis duobus Annis p. fugiti vos Colonos edificata. Insessores XV resident." (Ponytz, das Eigentum des Herrn Batthyány, ist in den zwei letzten Jahren von geflüchteten Bauern erbaut worden. Es wird von 15 Ansässigen bewohnt). Somit ist das Gründungsjahr 1550/51. Im gleichen Ausweis von 1555 ist auch die Nationalität der geflüchteten Bauern angegeben. "Ponich Annis superioribus per Slavos aliquot est edificata, que Annis duodecirn dicarii non potest, literae fatentur regiae." (Ponych vor einigen Jahren von mehreren Slawen erbaut, kann zwölf Jahre nicht besteuert werden."

Many houses have been built recently (that should be in the 1920ies!) with
"American" money.
A document of 1553 says: "Punitz has been built during the last 2 years by
refugee-farmers (from Croatia)"; in 1588 26 houses were deserted, the
inhabitants had died from the plague, in 1595 even 35 houses were deserted.
Punitz also suffered during the Bocskay rebellion. In 1662
Punitz was divided between (the brothers) Count Christoph and Paul Batthyany.
The inhabitants belonging to Count Christoph were: Mathe STERKOVICH, Lorenz
KARLOVICH, Peter KRULARICH, Mathe PETRASSICS, Matecz MOAR, Ive PISZLICSOVICS,
Peter STARICS, Andreas SITAK, Bertal SCHINDELMACHER, Stipan KRUHARICH, Mikula
HARASZTICS, Peter SZUSTER, Gregor HORVATH, Ive VOYKOVICS, Mathe VELISZOVICH,
Marko DRAGOVICH, Juray MAGDICH, Michael JUGONECS and Blasius STRANSA.
A document of 1677 gives the names of the following inhabitants: Thome
IVANKOVICH, Mathes DRAGEVICH, Gregor ANYOS, Jure SZOKACHICH, Jure KOVACHICH,
Mathes JUGOVICH, Miko JUGOVICH, Ive MAGDICH, Ive MAKOVICH, Jure SZOKACHICH,
Petar SIMONCHICH, Mattlen JUGOVICH, Janos VARGA, Thomas SALFEY, Mihal SZOKACHICH,
Jure SITAK, Mathe HANICHICH, Jure VARGA.
The Visitationen (kind of church inventories) mention the names of people
working the possessions (mostly vineyards) owned by the church: 1698: Matthias
DRAGOSITS, Johann HUSITS; 1757: Josef STANER; 1779: Martin RABVET, 1812 and
1832: Johann SAMMER. In 1871 the church owned land was sold to Ignaz HEILIMAN of
Glasing. He was not able to pay the price, so parts were subsequently sold to
Johann KERTELITS (1879) and Josef MARAKOVITS (1902). The "Pfarrhaus" (parish
(owned) house) was used as an inn in the 19th century. The last inn keeper was
Josef SAUERZOPF, the building was torn down in 1886.
Teachers: In 1779 Josef KERSCHBAUM; later on Georg DRAGAN (died 1806 aged 65),
Karl KANZ (1812-38; from Forchtenau, aged 24 years in 1812), Johann PIUFSITS,
Georg KALOSITS (1842-46), Stefan KIRCHKNOPF (1857-61), Ignaz KOKOLY (1868-73),
Josef BERGER (1873-74), Stefan KAPPEL (1874-95), Ferdinand BERGER (1895-1913),
Maria LASCHOBER (second teacher, 1912), Karl and (wife) Helene LANTOS (1913-19),
Adolf HALWACHS and (wife) Emilie BERGER (1920-?)
A (wooden) church first mentioned in 1677 (Hl. Sebastian and Fabian). 1698 two
bells are mentioned, also a cemetery. 1739-41 a new (solid, that is built with
stones) church was built (Hl. Sebastian). 1859 the church burned down (lightning!),
a new one was built soon. In 1921 the
church was renovated, with money donated by 3 American emigrants: Stefan
JELENSITS, Johann SZOKASICH and Anton MESSENLEHNER. A war memorial was also
built with their money in 1925. Other "American" donators of the
1920ies were Hermine ASCHENELLER, Anna MARAKOVITS, Anna JELENSITS and Anna
MAGDITS.
(from "Volk und Heimat" 17-18/1956)
Übersetzung (c) Burgenland Bunch
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