St. Michael: Kirche
Kurzfassung: Die Kirche von St. Michael wurde zu Ehren des Heiligen Erzengels Michael inmitten der Gemeinde auf einer kleinen Anhöhe erbaut. Die heutige Pfarrkirche ist ein großer Saalbau mit flach geschlossenem Chor. Die Innenbemalung stellt eine Rarität in der sakralen Kunstgeschichte dar. Auf dem Seitenaltar steht eine Holzplastik aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Geschichte: Eine Pfarre bestand bereits im Mittelalter. Die beiden calvinischen Burgherren von Güssing, Freiherr Balthasar und Freiherr Franz Batthyány, nahmen in der Zeit von 1570 bis 1620 sämtliche Pfarrkirchen auf ihren Domänen, zu denen auch St. Michael gehörte, den Katholiken ab und besetzten sie mit lutherischen bzw. calvinischen Pastoren. 1634 nahm der zum katholischen Glauben übergetretene Burgherr von Güssing, Graf Adam Batthyány, die Pfarrkirche St. Michael wieder zurück. Die ersten großen Kirchenvisitationen nach der Reformation und katholischen Restauration fanden Ende des 17. Jhdts. statt. Der Visitation vom Jahr 1698 zufolge hatten in St. Michael die Katholiken die Kirche zu Ehren des Erzengels Michael in der Mitte der Gemeinde auf einer Anhöhe errichtet. Schallendorf, Rauchwart, Neuberg und Güttenbach gehörten als Filialen zu St. Michael. Im Jahre 1773 wurde das Gotteshaus durch ein Unwetter stark beschädigt. Ab 1808 gehörte die Pfarre St. Michael mit den Filialen Gamischdorf, Güttenbach, Neuberg, Rauchwart und Schallendorf zum Dekanat Stegersbach. 1847 gründeten die Orte Neuberg und Güttenbach eigene Pfarren. Im Jahre 1931 wurde die alte Kirche teilweise abgebrochen und unter Einbeziehung des bestehenden Westteils mit Turm ein Neubau errichtet. Die Gruft wurde im Zuge der Bauarbeiten leider teilweise zerstört. Am 19. August 1933 fand die feierliche Weihe durch Kardinal Dr. Innitzer statt. Äußeres: Die Pfarrkirche Hl. Michael ist ein großer Saalbau mit flach geschlossenem Chor. Der westliche Teil des Gotteshauses und der Turm stammen noch vom Vorgängerbau. Innenraum: Über drei Schiffsjochen und zwei Chorjochen befinden sich Platzlgewölbe zwischen Gurten auf flachen Pilastern. Die Altäre und Stühle stammen aus der Kunsttischlerei des Stiftes Seckau. Bei der Bemalung des Saalbaus der Pfarrkirche von St. Michael handelt es sich um eine Rarität in der sakralen Kunstgeschichte. Die Wände sind mit Bibelszenen aus dem Alten und Neuen Testament geschmückt. Die Art der Darstellung kommt von der Beuroner Kunstschule, die auf Desiderius Lenz zurückgeht. Die südliche Schiffswand ziert eine Holzplastik mit neuerer Fassung, Maria mit Kind darstellend, aus dem frühen 18. Jhdt. Die Orgel mit 8 Registern, geliefert von der Firma Huber aus Eisenstadt, wurde 1965 geweiht. 1974 wurden zwei neue Glocken angekauft, nachdem eine der alten Glocken schadhaft geworden war. Die Weihe des nunmehr drei Glocken umfassenden Geläutes fand am 3. Juni 1974 statt.