DIE GESCHICHTE GÜSSINGS - VON DER JUNGSTEINZEIT BIS HEUTE
| JUNGSTEINZEIT ab 5. Jahrtausend v. Chr. |
zahlreiche frühgeschichtliche Funde im Raum Güssing - Steinbeile, Lochäxte, usw. - deuten auf eine frühe Besiedelung unserer Region |
| METALLZEITEN ab 1. Jahrtausend v. Chr. |
Funde aus diesen Zeiten: Lanzenspitze auf dem Burgberg Güssing, keltische Silbermünzen aus der Eisenzeit, sowie Goldmünzen; Hügelgräber in Urbersdorf, Strem, Krottendorf, Güssing, u.a.). |
| ANTIKE Röm. Provinz "Pannonien" ab 15 v. Chr. |
Güssing gehört in dieser Zeit zum wenig
bedeutenden Hinderland von "Claudia Savaria",
dem heutigen Szombathely (Steinamanger) - Ungarn. Obwohl keine
Geschichtsquelle von einer röm. Besiedelung in Güssing zeugt, wird dies
durch den Fund einer römischen Grabsteinplatte, aus dem 1. Jhdt. n. Chr., im
Klostergarten des Franziskanerklosters untermauert. Die Übersetzung der Inschrift der Grabsteinplatte lautet: "Hier liegt die 55jährige Claudia Quarta (zur Claudischen Kolonie Savaria zugehörig). Ihr Sohn, der Bürger Claudius, ließ dieses Grabmal errichten. Letzterer liegt, 80jährig verstorben, ebenfalls hier." |
| Völkerwanderung | Langobarden und Ostgoten ziehen durch unser Land |
| MITTELALTER ab 6. Jhdt |
Ansiedelung von slawischen Völkern unter
awarischer Patronanz. Nach Niederwerfung der Awaren ist Güssing ein Teil des fränkischen Universalreiches. |
| 9. Jhdt. | Bayrisch-fränkische Kolonisation |
| 10. Jhdt. | Magyarensturm; nach deren Niederwerfung 955 - Grenzschutzlinie der Ungarn |
| 11. und 12. Jhdt. | erste große deutsche Siedlungsperiode |
| 12. Jhdt. | an der steirisch-österreichischen Grenze werden Grenzburgen errichtet. |
| 1140 - 1150 | Graf Wolfer und dessen Bruder Heinrich
begründen das Geschlecht der "Grafen von Güssing". Wolfer
wurde der Berg "Kiscen" zugewiesen auf dem er eine hölzerne
Burg und ein Mönchenkloster errichten ließ. Die wahrscheinliche Bauzeit
der Burg und der Jakobikirche liegt um 1150. Die Benediktiner gründen eine Abtei und errichten das befestigte Kloster "...de Monte Quizin". |
| 2. Hälfte 12. Jhdt. | König Bela III (*1148, +1196) von Ungarn hebt das Kloster auf und entzieht Wolfers Sohn Güssing (um 1180). Mit dem, in die königliche Festung einbezogenen Kloster, soll die "Neue Burg" (Novum Castrum) ein Gegengewicht zur Riegersburg und zum befestigten Fürstenfeld bilden. |
| um 1220 | ist die Burg im Besitz des Grafen Demetrius von Csak - bis zu dessen Tod |
| 1241/42 | Die Anlage trotz dem Ansturm der Tartaren (Mongolen). |
| 1247 | Bela VI. (*1206, +1270) beruft den Johanniterorden nach Güssing |
| um 1250 | erfolgt ein verstärkter Ausbau der Burg |
| 1273 | Die Burg hält den Angriffen Ottokars von Böhmen stand. |
| um 1270 - 1300 | Große Machtausdehnung der Güssinger Grafen (mit Güns als Stammsitz), die abermals die Festung Güssing erlangen. Unter Iwan (gest. 1308) und dessen Brüdern erfolgte die größte Machtentfaltung - Souveränitätsbestrebungen und Raubzüge an den Grenzen. |
| 1289/90 "Güssinger Fehde" |
Der "vollkommene Tyrann" Iwan wird in drei Feldzügen vom Habsburger Herzog Albrecht (*1255, + 1308) von Österreich bezwungen; die Festung Güssing nimmt Berthold von Emmerberg ein. Nach kurzem habsburgischen Besitz gelangt die Herrschaft abermals in die Hände der Güssinger Grafen. |
| 1327 - 1391 | die Burg samt Herrschaft im Besitz der ungar. Krone |
| 1336 | König Karl I. Robert (*1291, +1342) von Ungarn, aus dem Haus Anjou, beendet endgültig die Macht der Güssinger |
| 1391 | König Sigismund übergibt "Kyzung" an seinen Feldherrn Ladislaus von Saro ("von Leva") und erhält dafür 2 andere Burgen. In der Urkunde von 1391 werden erstmals sämtliche Güter die zur Burg Güssing gehörten, erwähnt: die Stadt Güssing, sowie weitere 25 Ortschaften von denen 5 bereits das Marktrecht besaßen - Rauchwart, Heiligenkreuz, Deutsch Kaltenbrunn, Stegersbach und Rudersdorf. Die Herrschaft erfährt unter Peter Cseh von Leva (Sohn von Ladislaus) riesigen Reichtum |
| 1458 | Nikolaus Ujlaky (Mitglied der Habsburger-Partei in Ungarn) bemächtigt sich der Burg |
| 1459 | Kaiser Friedrich III (*1415, +1493) wird auf Burg Güssing von 25 westungar. Magnaten zum König von Ungarn gewählt und somit Gegenkönig zum ungar. König Matthias Corvinus I. (*1443, +1490). Die Verschwörung bricht zusammen. Ujlaky huldigt dem ungar. König. Nach dem Tod von Ujlakys Sohn Lorenz fällt Güssing an die ungar. Krone zurück. |
| NEUZEIT 1500/10 |
Gründung des Augustinerklosters in Güssing |
| 30.6.1524 | Ludwig II. König von Ungarn und Böhmen überträgt Güssing an Franz I. Batthyany und dessen Neffen Christoph. Im folgenden Jahrhundert gelangt das südl. Burgenland und einige Landstriche Westungarns in Besitz des Geschlechts der Batthyany. |
| 16. und 17. Jhdt. | Batthyany sind Träger des Abwehrkampfes gegen die Osmanen (Türken) an der "Kanisischen Grenze" zwischen dem Plattensee und der Drau |
| 1526 | Franz I. Batthyany kämpft bei Mohacs gegen die Türken. König Ludwig II. fällt auf dem Schlachtfeld. Die Treue der Batthyany zu Herzog Ferdinand I. von Habsburg (*1503, +1564) wird mit der Übertragung von Schlaining und Rechnitz an die Batthyany belohnt. |
| ab 1529 | Ansiedlung von Kroaten in den Gebieten um Güssing |
| 1530 | Kroatenansiedlung in Hasendorf |
| 1532 | Sultan Soliman II. verwüstet die Herrschaft Güssing |
| 1538 PROTESTANTISMUS |
Lehre Luthers in Güssing |
| 1539 | Kroatenansiedlung in Sulz |
| 1540 - 1580 | Ausbau eines Großteils der äußeren Burgbefestigung |
| 1545 | Kroatenansiedlung in St. Nikolaus (1631 als selbständige Gemeinde erwähnt; ebenso wie Krottendorf) |
| um 1568 | Pest |
| Gründung der Klosterbibliothek |
Balthasar Batthyany (*1542, +1590) gründet die Klosterbibliothek in Güssing (umfasst heute ca. 3484 Exponate). Carolus Clusius (Charles de l´Ecluse, *1526, +1609), arbeitet als Botaniker am Hof Batthyanys. |
| 1570 | Balthasar Batthyany wird Protestant. Die neue Lehre breitet sich ungehindert auf alle Besitzungen aus. |
| ab 1576 | Stephan (Istvan) Beythe wird als Hofprediger nach Güssing berufen. Danach auch calvinische Prediger. Im ehemaligen Augustinerkloster wird eine protestantische Schule errichtet. |
| 1582 - 1585 | der protestant. Wanderbuchdrucker Johannes Manlius ist in Güssing tätig |
| 1588, 1595 | Pest |
| 1595 - 1597 | Johannes Manlius ist erneut in Güssing tätig |
| 1603 | Franz II. Batthyany (*1570, +1625), Schutzherr der Protestanten und Held in der Schlacht gegen die Türken wird in den Grafenstand erhoben. |
| 1604 | Körmend kommt zur Güssinger Herrschaft |
| 1605 | Bocskay-Aufstand: Güssing wird ein Raub der Flammen |
| 1621 | Pest |
| 1629/30 GEGENREFORMATION |
Adam Batthyany wird Katholik |
| 1632 | die Untertanen sollen durch die Jesuiten zum kath. Glauben zurückgeführt werden |
| 1634 | Kloster und Kirche werden zerstört. Alle protestant. Geistlichen müssen die Herrschaft Güssing verlassen. |
| 1638 | Franziskaner kommen nach Güssing |
| um 1640 | zählen zur Herrschaft Güssing 72 Dörfer |
| 1644 | Erwerb der Herrschaft Bernstein mit Pinkafeld |
| 1648 | Gründung des Franziskaner-Klosters durch Graf Adam Batthyany |
| 7.4.1652 | Feierliche Konsekration der Kirche durch Johann Püsky, Erzbischof von Kalocsa und Bischof von Györ. Laut Weiheurkunde wurde der Hochalter zur Ehre Gottes, der Seligsten Jungfrau Maria von der Heimsuchung und aller Heiligen geweiht. Am nächsten Tag, den 8.4.1652 erfolgte die Konsekration der beiden Seitenaltäre zu Ehren des Hl. Franziskus von Assisi und des Hl. Antonius von Padua. |
| 1662 | Adams Söhne Christoph (*1637, +1687), Begründer der älteren (fürstl.) Linie und Paul (*1639, +1674), Begründer der jüngeren (gräfl.) Linie teilen Herrschaft Güssing, Schlaining, Rechnitz und Bernstein. |
| 1664 | Schlacht gegen die Türken bei Mogersdorf unter General Raimund Fürst Montecuccoli (*1609, +1680) bei der auch die Brüder Batthyany siegreich waren |
| 1683 | Christoph Batthyany und dessen Sohn Adam II. huldigen zwar den Türken, nehmen aber mit den Grafen Draskovich und Nadasdy unter den kaiserl. Truppen deren Verfolgung auf. |
| 1703 - 1709 | Franz II. (gräfl. Linie) hält während
des Kuruzzenaufstandes dem Kaiser die Treue. Kuruzzen: Ungarische Aufständische nannten sich ab dem 15. Jhdt. Kuruzzen ("Kreuzträger"). Bei ihrem Aufstand unter Franz II. Rakaoczi gegen die Habsburger wurden ab 1703 Teile von Niederösterreich, sowie dem Burgenland und der östl. Steiermark (im Raum Lafnitz, Raab und Pinka) bis 1709 mehrmals überfallen und verwüstet. Zentrum der Verteidigung war Güssing. Bis 1711 Besetzung des Gebietes. |
| 1709 | Pest |
| 1713 | Pest |
| 1741 | Graf Ludwig Ernst Batthyany (*1696, +1765) bewegt ungarische Magnaten in Pressburg zur Kriegshilfe für Maria Theresia. |
| 1761 | Graf Ludwig Ernst Batthyany lässt ein Kastell am östl. Stadttor erbauen. Weiters Baubeginn des heutigen Schlosses Draskovich. |
| 1763 | Graf Karl Joseph Batthyany (*1698, +1772), seit 1748 Erzieher des späteren Kaisers Jospehs II., dann bis 1763 dessen Obersthofmeister, wird von Maria Theresia in den Fürstenstand erhoben. |
| 1766 | Die Theresianische Bauernschutzpolitik schafft zwar Roboterleichterungen für die Bauern, dennoch gibt es weiterhin Beschwerden über zu hohe Abgaben und Robotleistungen. |
| 1776 | Joseph Batthyany wird Erzbischof von Gran, bald darauf auch Kardinal |
| ab 1778 | Weil die Funktion als Wehranlage nicht mehr vorhanden ist, beginnt die Abtragung der Burg. Die Waffen sowie die Munition werden veräußert und wegen der sehr hohen Steuerleistungen ("Dachsteuer") werden die Ziegel u.a. zum Bau von Maierhöfen, des Judengebäudes und der Mühlbachbrücke verwendet. |
| seit 18. Jhdt. | Aufblühen der jüdischen Gemeinde in Güssing |
| 1804 | Fertigstellung des heutigen Schlosses Draskovich. Die gräfliche Familie Draskovich von Trakostyan ist kroatischer Uradel (seit 1631 im Grafenstand), der sich zuerst nach der Burg Cetin nannte und um 1230 den Namen "Draskovics" vom Stammvater Dragos Mogorovics, Comes de Cetin, annahm. |
| 1822 | "Schul- und Rat-Haus" wird von der Bürgerschaft errichtet |
| 1828 | Vorläufer der Gendarmerie - die Panduren - werden erstmals erwähnt |
| 1837 | Graf Philipp Batthyany (*1781, +1870) erlaubt der Bevölkerung die Herstellung gebrannter Ziegel (bis dahin herrschaftl. Recht). Dadurch nimmt die Anzahl der gemauerten Häuser zu. |
| 1840 | Jüdische Gemeinde in Güssing zählt 526 Mitglieder. Die neue Synagoge entsteht ("Judentempel" an der Stelle des heutigen Rathauses). |
| 1841 | Graf Karl Draskovich von Trakostyan heiratet Elisabeth, die Nichte des kinderlosen Fürsten Philipp Batthyany. Dadurch fallen die batthyanyschen Güter in Punitz, Heiligenkreuz und Güssing in den Besitz der Familie Draskovich. |
| 1848/49 LIBERALISMUS |
Revolutionsjahre führen zur Bauernbefreiung. Der Großgrundbesitz in der heutigen Form entsteht. |
| 1853 | Eröffnung des Bezirksgerichtes Das neue Steueramt erspart den Weg nach Steinamanger |
| ab 1867 | Magyarisierungsmaßnahmen trüben das Verhältnis des Volkes zum ungar. Staat |
| 1872 | Gründung der "Güssinger Sparkasse" |
| 1873 | Gräfin Elisabeth von Draskovich hinterlässt 400 Gulden zur Errichtung eines Krankenhauses und 1244 Gulden zur Förderung der kath. Schule |
| 1882 | Bau der 1. Güssinger Wasserleitung unter Graf Paul Draskovich (+ 1889) |
| 1886 | Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Güssing |
| 1898/99 | Baubeginn des Krankenhauses |
| 1899 | Eröffnung der Eisenbahnlinie Güssing - Körmend unter Graf Dionys Draskovich (+1909) |
| 1900 | Eröffnung des Krankenhauses |
| 1901 | Bau eine Rüsthauses für die FF Güssing |
| 1906 | Beginn der Anlegung des Fischteiches, Fertigstellung während des 1. WK |
| 1907 | Zerstörung des östlichen Stadttores |
| 1. WELTKRIEG 1914 - 1918 |
Anlass war die Ermordung des österreichischen
Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand (*1863, +1914) und seiner
Gemahlin Sophie Herzogin von Hohenberg (*1868, +1914) in Sarajevo am
28.6.1914. Kriegserklärung an Serbien 28.7.1914 - Waffenstillstand am
11.11.1918. Metallwaren wie Glocken, Orgelpfeifen, Kessel, usw. müssen abgeliefert werden, um damit Waffen und Munition herzustellen. Schmuggelwesen im Grenzgebiet. Die Kriegsgefangenen der serbischen und russischen Armee werden in Güssing als Arbeiter eingesetzt. Güssing verzeichnet 50 gefallene Soldaten. |
| 12.11.1918 | Ausrufung der "Republik Deutsch-Österreich" vor dem Parlament in Wien (1. Republik) |
| 10.9.1919 | Im Schloß Saint-Germain in Paris unterzeichnet Staatskanzler Karl Renner als Leiter der österreichischen Delegation zur Friedenskonferenz nach dem 1. Weltkrieg den Vertrag zwischen Österreich und den 27 "alliierten und assoziierten Mächten", der 381 Artikel in 14 Teilen umfasst. Die deutschsprachigen Gebiete West-Ungarns (Burgenland) wurden Österreich zugesprochen. Der Anschluss an Deutschland wurde verboten, der Staatsname von Deutsch-Österreich auf Österreich abgeändert |
| 1919/1920 | Elektrisches Licht in Güssing |
| 4.6.1920 | Endgültige Entscheidung für den Anschluss an Österreich |
| 1921 | Ungarn will die Beschlüsse von Saint-Germain
nicht anerkennen. Ungarische Freischärler besetzen Teile des heutigen Burgenlandes und schlagen vorübergehend im
Kastell Batthyany ihre Befehlsstelle auf. Entente - Kommission gegen die bewaffnete ungarische Übermacht in Güssing August bis September - Kämpfe zwischen österreichischen Gendarmen und "westungar. Aufständischen". Am 28.11.1921 zieht das österreichische Bundesheer in Güssing ein. |
| 1922/23 | 1. Massenauswanderung nach Amerika |
| 25.3.1923 | 1. Demokratische Gemeinderatswahlen in Güssing |
| 6.3.1924 | 1. Klasse der Bürgerschule Güssing wird eröffnet. |
| 1925 | Hochwasserkatastrophe |
| 1.3.1928 | Bürgerschule übersiedelt in den Neubau in der Grabenstraße |
| 1931 | Dr. Ladislaus Batthyany-Strattmann (*1870, +1931) - "Arzt der Armen" - wird in der Familiengruft der Klosterkirche in Güssing beigesetzt. 1900 promovierte er an der Universität Wien zum Doktor der Medizin, errichtete in Kittsee und Körmend Privatspitäler, war anerkannter Augenfacharzt und Träger der höchsten Ordensauszeichnung der Monarchie - dem "Orden des Ritters vom Goldenen Vlies". Er stand zahllosen Kranken und Hilfsbedürftigen selbstlos zur Seite. |
| 30er Jahre | bedingt durch die Weltwirtschaftskrise steigt die Auswanderungswelle weiter an |
| 5.5.1934 | Dr. Otto Habsburg und Engelbert Dollfuß werden Ehrenbürger der Gemeinde |
| 1934 | das "Turnerbad" wird errichtet |
| 1938 | Bundeskanzler Kurt Schuschnigg besucht Güssing Renovierung der Klosterkirche |
| März 1938 | Anschluss an das Deutsche Reich |
| 5.4.1938 | Gründung der Molkereigenossenschaft Güssing |
| 10.4.1938 | Volksabstimmung über den Anschluss an das Deutsche Reich - 1234 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen |
| 15.10.1938 | Eingliederung des Bezirkes Güssing in den Kreis Fürstenfeld - Gau Steiermark |
| 2. WELTKRIEG 1939 - 1945 |
Opferbilanz: 112 Gefallene, 32 Vermisste |
| 13.9.1940 | Suspendierung der Franziskanerpatres vom Religionsunterricht |
| 1.10.1940 | St. Nikolaus und Krottendorf werden an die Gemeinde Güssing angeschlossen |
| 1.11.1944 | Bombenangriff der Alliierten auf Güssing - 2 Todesopfer |
| 12.4.1945 | Einmarsch der Roten Armee - die Besatzungssoldaten bleiben bis 1955 |
| ab 1945 | WIEDERAUFBAU |
| 1945/47 | Sowjetische Kommandantur in Güssing |
| 1949/50 | Bau der neuen Volksschule und der Bauernschule |
| ab 1950 | BURGSPIELE GÜSSING: Burgspiele fanden sieben Jahre lang zur Sommersonnenwende im weitläufigen Burghof statt. Die historischen Dramen "Iwein der Mächtige", " Im Zeichen des Halbmondes", "Im Zeichen des Kreuzes", "Husaren und Janitscharen" und "Grenzlandschicksal" wurden 1950 bis 1956 von einem engagierten Laienensemble aufgeführt. Infolge organisatorischer Probleme und Verlagerung der Interessen der Verantwortlichen gerieten die beliebten Burgspiele wieder in Vergessenheit. |
| 15.12.1950 | Dr. Karl Renner wird Ehrenbürger der Gemeinde Güssing |
| 1953/55 | Bau des Rathauses (an der Stelle des ehemaligen "Judentempels") |
| 1956/57 | Renovierung der
Klosterkirche in Güssing werden ca. 25.000 ungarische Flüchtlinge betreut |
| 1962 | Eröffnung der Kaserne |
| 1963 | Eröffnung des Schwimmbades (Baubeginn war 1959) |
| 5.9.1963 | Eröffnung des musisch.-pädag. Bundesrealgymnasiums |
| 1965 | Hochwasserkatastrophe Eröffnung des neuerbauten Kindergartens |
| 1969 - 1971 | Gebäude der Bezirkshauptmannschaft Güssing und des Postamtes
werden neu errichtet. Das "Post- und Telegrafenamt Güssing" war zuvor in einem 1911/12 errichteten Gebäude untergebracht |
| 1.1.1971 | Urbersdorf, Glasing und Steingraben werden mit der Großgemeinde Güssing zusammengelegt. |
| 1970 - 1973 | Bau des neuen musisch.-pädag. Bundesrealgymnasiums |
| 1971 - 1974 | Bau der neuen Hauptschule |
| 11.4.1973 | Stadterhebung und Wappenverleihung |
| 1974 | Einbau einer Kirchenheizung in der Klosterkirche |
| 1975 - 1979 | Außenrenovierung der Klosterkirche |
| 1977 | Eröffnung des Kulturzentrums Güssing |
| 1986/87 | Innenrenovierung der Klosterkirche |
| 1987 | Weihe der restaurierten Klosterkirche und des neuen Hauptaltars durch Bischof DDr. Stefan Laszlo |
| 1990 | 1. Landesausstellung auf der Burg Güssing "Die Ritter". Ein überragender Erfolg! |
| 1991 | Ausstellung "Folterinstrumente im Mittelalter" |
| 1992 | Landesausstellung "... nach Amerika" |
| 1993 | Ausstellung "Nostalgie" Einweihung des Altenwohn- und Pflegeheimes der Jungarbeiterbewegung in Güssing mit dem Namen "Haus Sankt Franziskus". |
| Winter 1993/94 | Das Fernheizwerk Güssing versorgt zahlreiche öffentliche Bauten und Privathäuser mit Fernwärme mittels Biomasse. Güssing ist "Europäisches Zentrum für erneuerbare Energie". |
| 1994 | Ausstellung "Märchen" Wiederbelebung der BURGSPIELE GÜSSING "Iwein, der Mächtige" |
| 1995 | BURGSPIELE GÜSSING - "Süleyman, der Prächtige" |
| 1996 | Ausstellung "Gemeinsame Grenzen" BURGSPIELE GÜSSING - "Teufel, Tod und Hex" Gründung des UTC-Güssing als eigener Verein |
| 1997 | Ausstellung "Sagenhafte Welt - Welt der Sagen" BURGSPIELE GÜSSING - "Die weiße Frau" |
| 1998 | BURGSPIELE GÜSSING - "Der Tribun" |
| 1999 | BURGSPIELE GÜSSING - "Landflucht", Regie: Frank Hoffmann |
| 2000 | Bau eines Aufzuges auf die Burg
Güssing BURGSPIELE GÜSSING - "Landflucht", Regie: Frank Hoffmann |
| 2001 | BURGSPIELE GÜSSING - "Der Kampf ums
Recht", Regie: Frank Hoffmann Eröffnung des WIM-Centers (Einkaufszentrum) in der Schulstraße |
| 2002 | Ausstellung "400
Jahre Kunstschaffen" Eröffnung des Technologiezentrums in Güssing BURGSPIELE GÜSSING - "Am Grenzweg" (vom Leben und Tod des Betyáren Savanyú Jósko), Regie: Frank Hoffmann 350 Jahre Weihe der Klosterkirche Güssing |
| 2003 | BURGSPIELE GÜSSING
- "Der Güssinger
Jedermann", Regie: Frank Hoffmann 1. Öko-Energie-Marathon in Güssing Eröffnung des Com.Inn-Hotels |
| 2004 | BURGSPIELE GÜSSING
- "Die
Kreuzelschreiber", Regie: Frank Hoffmann Ausstellung "Batthyány Herrschaftsgeschichte", "Kirchliches Tafelsilber" 2. Öko-Energie-Marathon in Güssing |
Zahlen, Daten, Fakten
|
Hausnummern
und Haushaltsvorstände in Güssing im Jahre 1857 |
|
Hausnummer |
Familien-
und Vorname Surname and Given name |
Gemeinde(teil) part of village |
| 1 + 2 | Güssing Gemeinde ??? | Güssing |
| 3 | Mayer Isak | |
| 4 | Güssing Gemeinde ??? | |
| 5 + 6 | Batthyany Filip Fürst | |
| 7 + 8 | Batthyany Graf Christof | |
| 9 + 10 | Batthyany Filip Fürst | |
| 11 | Batthyany Graf Christof | |
| 12 | Batthyany Filip Fürst | |
| 13 | Batthyany Filip Fürst ??? | |
| 14 | Batthyany Filip & Christof ??? | |
| 15 + 16 | Batthyany Filip Fürst | |
| 17 | Israelitische Gemeinde | |
| 18 | Zsoldor Franz | |
| 19 | Schusits Paul | |
| 20 + 21 | Herbst Carolina | |
| 22 | Batthyany Filip Fürst | |
| 23 + 24 | Batthyany Graf Christof | |
| 25 + 26 | Batthyany Filip Fürst | |
| 27 | Batthyany Graf Christof | |
| 28 | Kranz Katharina | |
| 29 bis 31 | Batthyany Filip Fürst | |
| 32 | Karlberger Josef | |
| 33 | Frank Franz | |
| 34 | Bernhard Maria | |
| 35 | Beidel Theresia | |
| 36 | Siegler Elisabet | |
| 37 | Mayer Josef | |
| 38 | Raichard Josef | |
| 39 | Ernst Alois | |
| 40 | Lebits Johann | |
| 41 | Schramel Franz | |
| 42 | Raichard Josef | |
| 43 | Brenner Johann | |
| 44 + 45 | Sallai Georg | |
| 46 + 47 | Batthyany Filip Fürst | |
| 48 | Günsel Anton | |
| 49 | Ernst Josef | |
| 50 | Kobler Anna | |
| 51 | Schramel Josef senior | |
| 52 | Schramel Josef junior | |
| 53 | Sorger Johann | |
| 54 | Eberhard Josef | |
| 55 | Beik Michael | |
| 56 | Ferschinger Michael | |
| 57 | Solderisch Anna | |
| 58 | Schramel Franz | |
| 59 | Sorger Josef | |
| 60 | Hetz Anton ? | |
| 61 | Ferschinger Ignatz | |
| 62 | Ernst Franz | |
| 63 | Batthyany Filip Fürst | |
| 64 | Batthyany Graf Christof | |
| 65 | Batthyany Filip Fürst | |
| 66 | Drauch Michael | |
| 67 | Batthyany Graf Christof | |
| 68 | Liebentritt Eleonora | |
| 69 | Bernak Josef | |
| 70 | Ruis Johann | |
| 71 | Raichard Franz | |
| 72 | Grutser ? | |
| 73 | Stifter Anna | |
| 74 | Batthyany Filip Fürst | |
| 75 | Karlberger Josef | |
| 76 | Raichard Alois | |
| 77 | Osel Franz ??? | |
| 78 | Hochschopf Johann | |
| 79 | Güssing Gemeinde ??? | |
| 80 | Jandrischic Josef | |
| 81 | Walter Benedikt | |
| 82 | Nagi Ignatz | |
| 83 | Polak Max | |
| 84 | Israelitische Jydengemen. | |
| 85 | Amersin Franz | |
| 86 | Klein Anton | |
| 87 | Wolf Georg | |
| 88 | Wolf Georg | |
| 89 | Schwarz Bernhard | |
| 90 | Schramel Franz | |
| 91 + 92 | Batthyany Graf Christof | |
| 93 | Güssing Gemeinde | |
| 94 | Pulzer Franz | |
| 95 bis 97 | Batthyany Filip Fürst | |
| 98 | Welinger Josef | |
| 99 | Kozar Josef | |
| 100 | Gibiser Johann | |
| 101 | Astel Johann | |
| 102 | Cecinowitz Josef | |
| 103 | Köfz Franz | |
| 104a | Hacker Johann | |
| 104b | Hacker Franz | |
| 105 | Tancic Johann | |
| 106 | Prisnasit Josef | |
| 107 | Gängel Josef | |
| 108 | Baumgartner Theresia | |
| 109 | Batthyany Graf Christof | |
| 110 | Kapel Samuel | |
| 111 | Jasis Johann | |
| 112 | Cecinowic Georg | |
| 113 | Fitsker Johann | |
| 114 | Legat Gabriel | |
| 115 + 116 | Polzman Gabriel | |
| 117 | Ernst Johann | |
| 118 | Schmied Anna | |
| 119 | Seipold Stefan | |
| 120 | Pokomandy Magdalena | |
| 121 | Malisz Stefan | |
| 122 | Istwan Anton | |
| 123 | Lazar Moises | |
| 124 | Schmitzer Franz | |
| 125 | Seipold Johann | |
| 126 | Halpand Georg | |
| 127 | Garaische Waisen | |
| 128 | Batthyany Filip Fürst ??? | |
| 129 bis 133 | Batthyany Filip Fürst | |
| 134 | Batthyany Graf Christof | |
| 135 bis 137 | Batthyany Filip Fürst | |
| 138 | Seipold Michael | |
| 139 | Guttner Kati | |
| 140 | Preisler Karl | |
| 141 + 142 | Wirth Katarina | |
| 143 | Neuhedel Maria | |
| 144 | Batthyany Graf Christof | |
| 145 | Batthyany Filip Fürst | |
| 146a | Babits Karl | |
| 146b | Maixner Johann | |
| 147 bis 149 | Batthyany Filip Fürst | |
| 150 bis 152 | Batthyany Graf Christof | |
| 153 bis 156 | Batthyany Filip Fürst | |
| 157 | Mayer Michael | Langzeil |
| 158 | Ceciniwic Josef | |
| 159 | Batthyany Filip Fürst ??? | |
| 160 | Güssing Gemeinde ??? | |
| 161 | Batthyany Filip Fürst | |
| 162 | Ferschinger Johann | |
| 163 | Lutterschmid Josef | |
| 164 | Weinhofer Johann | |
| 165 | Solderic Alois | |
| 166 | Letgebb Josef | |
| 167 | Kroboth Johann | |
| 168 | Hausmutter Anton ??? | |
| 169 | Guttman Josef | Langzeil |
| 170 | Tukovic Franz ??? | Langzeil |
| 171 | Solderic Alois | |
| 172 | Jandric Theresia | |
| 173 | Sorger Georg | Langzeil |
| 174 | Zotter Johann ??? | |
| 175 | Gölles Johann | |
| 176 | Artinger Maria ??? | |
| 177 + 178 | Batthyany Filip Fürst | |
| 179 | Widder Josef | |
| 180 | Koller Franz | |
| 181 | Solderic Alois ??? | |
| 182 | Göllis Johann | |
| 183 | Grosman Josef | |
| 184 | Schramel Josef | |
| 185 | Göllisch Johann | |
| 186 | Schlederic Johann | |
| 187 | Schraud Lukas | |
| 188 | Mayer Georg | |
| 189 | Lebentritt Michael | Langzeil |
| 190 | Batthyany Filip Fürst ??? | |
| 191 | Batthyany Filip Fürst | |
| 192 | Eberhard Theresia | |
| 193 | Jandric Alois | |
| 194 | Klein Mayer | |
| 195 | Osel Emerich | |
| 196 | Kovacic Michael | |
| 197 | Widder Johann | |
| 198 | Frievirth Franz | |
| 199 | Widder Josef | |
| 200 | Solderic Anna | |
| 201 | Beitel Josef | |
| 202 | Koller Josef | |
| 203 | Klein Johann | |
| 204 | Klein Georg | |
| 205 | Tancits Josef | |
| 206 | Föllesy Georg | |
| 207 + 208 | Hedel Johann | |
| 209 | Farkulic Georg | |
| 210 | Schramel Alois | |
| 211 | Efs Franz | |
| 212 | Solderisch Josef | |
| 213 | Enker Anton ??? | |
| 214 | Osel Georg | Rosenberg |
Quelle/Source:
Österreichisches Bundesamt für
Eich- und Vermessungswesen,
Katastralmappenarchiv (Wien 2, Schiffamtsstr.1-3)
Güssing: bis 1899 "Privilegierte Landstadt bzw.
Marktgemeinde"
ab 1886 "Kleingemeinde"
von 1900 bis 1973 "Groß- bzw. Marktgemeinde"
seit 11. April 1973 Stadt
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Wappen der Stadt
Güssing - Wappenbeschreibung |
Zu Ehrenbürgern der Stadt Güssing wurden ernannt:
14. Juli 1872: K. & K. Generalmajor a. D. Ludwig Wocher (1817-1880), heiratete 1872 die verwitwete Elisabeth Gräfin Draskovich. geb. Batthyany-Strattmann
7. August 1928: LRR Dr. Ernst Mayerhofer (1885-1975), Bezirksverwalter bzw. Bezirkshauptmann ab der "Landnahme" (1921-1923-1929)
5. Mai 1934: Dr. Otto von Habsburg-Lothringen (geb. 1912) letzter Kronprinz der österr.-ungar. Monarchie
5. Mai 1934: Dr. Engelbert Dollfuß (1892-1934), Bundeskanzler. Erklärte im März 1933 die "Selbstausschaltung des Parlaments" und gründete die "Vaterländische Front". Schuf 1934 auf Grund der Maiverfassung den "Ständestaat auf autoritärer Grundlage" und wurde am 25. Juli 1934 (Juliputsch) durch ein Mitglied der SS-"Militär"-Standarte 89 ermordet.
4. Juli 1948: Pater Gratian Anton Leser (1873-1949), Mitglied des Franziskaner-Konventes Güssing, Verfasser zahlreicher lokalgeschichtlicher Abhandlungen, u.a. in Volk und Heimat erschienen, über die Burg, Stadt und Herrschaft Güssing.
15. Dezember 1950: Dr. Karl Renner (1870-1950), Bundespräsident. Seine Ehefrau Luise, geb. Stoisits, stammte aus Güssing. Er war Staatskanzler der 1. Republik, trug wesentlich zum Anschluss des Burgenlandes an Österreich bei und wird auch als "Vater des Burgenlandes" bezeichnet.
24. Mai 1955: Medizinalrat Dr. Hans Unger (1877-1971), 1918 bis 1956 Arzt in Güssing, Abteilungschef für Innere Medizin und Leiter der Infektionsabteilung des KH Güssing. Amtsarzt von 1925 - 1933 und 1945 - 1956.
31. März 1980 Theodor Kery (geb. 1918), Landeshauptmann. Verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Güssing. Zahlreiche Verdienste um Güssing.
31. März 1980 DDr. Rudolf Grohotolsky (geb. 1922), Landesrat. Durch seine Verbundenheit zu Güssing und seine Funktionen als Gemeindereferent der Bgld. Landesregierung, zuständiger Ressortchef des Wirtschaftsförderungsfonds und als Feuerwehrreferent hat er Güssing besonders gefördert. Insbesondere die schnelle Ausrüstung der Stadtfeuerwehr mit den modernsten Geräten ist ihm zu verdanken.
11. Oktober 1983: Geistlicher Rat Pater Roman Hasenhütl (1913-?), Guardian, Pfarrer, Vikar, Religionslehrer, Leiter der Bibelstunden für Frauen, engagierte Mitarbeiter im Dekanat. Zahlreiche Leistungen um Gemeinde und Pfarre Güssing, besonders hervorzuheben sind die Verwaltung der Klosterbibliothek, der Bau der Friedhofsmauer und die Renovierung der St.-Jakobs-Kirche im Jahr 1962. Bis 1987 im Franziskaner-Konvent Güssing.